Frischer Saft aus eigenen Äpfeln, Birnen oder Trauben? Klingt aufwendig, ist es aber nicht! Mit der richtigen Obstpresse und ein wenig Vorbereitung lässt sich ganz einfach köstlicher Saft und Most zuhause herstellen. Ob für den täglichen Vitaminschub oder die Familienfeier – selbstgepresster Saft hat nicht nur mehr Geschmack, sondern auch mehr Spaß.
Warum Saft selbst pressen?
Fertigsaft aus dem Supermarkt? Oft mit Konservierungsstoffen, Zuckerzusatz und Verlust der wertvollen Vitamine. Wer mehr Natürlichkeit möchte, greift selbst zur Obstpresse.
Vorteile auf einen Blick:
- Du weißt genau, was drin ist – keine Zusätze, keine Tricks.
- Günstiger, wenn du eigenes oder regionales Obst nutzt.
- Schonender Umgang mit Lebensmitteln – besonders bei Obstüberschuss im Herbst.
- Frisch, lecker und voller Nährstoffe.
Welche Obstsorten eignen sich besonders gut?
Grundsätzlich eignen sich alle saftreichen Früchte. Äpfel sind der Klassiker, aber auch Birnen, Trauben, Beeren und sogar Gemüsesorten wie Karotten funktionieren bestens.
Einige beliebte Kombinationen:
- Apfel-Birne – mild und süß
- Traube-Apfel – fruchtig und kräftig
- Karotte-Apfel-Ingwer – frisch und würzig mit einem Kick
- Rote-Bete-Birne – erdig-süß und voller Energie
Welche Geräte brauchst du fürs Pressen zuhause?
Es gibt verschiedene Arten von Obstpressen. Die Auswahl hängt davon ab, wie viel Saft du brauchst und wie viel Aufwand du betreiben willst.
1. Manuelle Spindelpressen
Die klassische Variante – stabil, langlebig, aber körperlich anspruchsvoller. Ideal für Äpfel und Birnen. Muss mit zerkleinertem Obst (Maische) befüllt werden.
2. Hydraulikpressen
Mit Wasserdruck betrieben. Einfach zu handhaben. In wenigen Minuten läuft der Saft. Perfekt für kleine bis mittlere Mengen. Kein großer Kraftaufwand nötig.
3. Saftzentrifugen
Nicht ganz dasselbe wie eine Obstpresse, aber sehr beliebt in der Küche. Schnelle Lösung für frischen Saft, allerdings oxidiert der Saft schneller und enthält mehr Schaum.
So funktioniert das Pressen Schritt für Schritt
Keine Sorge – der Ablauf ist einfacher, als du denkst. Wichtig ist nur die richtige Vorbereitung.
- Obst waschen – Schmutz, Blätter oder faule Stellen entfernen.
- Obst zerkleinern – Besonders bei Äpfeln: grob raspeln oder mit einer Obstmühle zerkleinern.
- In die Presse geben – Maische in die Presskammer füllen.
- Langsam pressen – Den Druck schrittweise erhöhen, damit der Saft sanft austritt.
- Saft auffangen – Direkt in saubere Flaschen oder Behälter füllen.
Saft haltbar machen – so geht’s
Wenn du die Säfte nicht sofort trinkst, solltest du sie haltbar machen. Am einfachsten ist Pasteurisieren.
- Erhitze den fertigen Saft auf 75–80 °C, nicht kochend.
- Fülle ihn anschließend sofort in sterile Glasflaschen.
- Verschließe sie dicht und lagere kühl und dunkel.
So hält sich dein Saft 6–12 Monate, ohne große Geschmacksverluste.
Was tun mit dem Trester?
Übrig bleibt beim Pressen oft der sogenannte Trester – das ausgepresste Fruchtfleisch. Wegwerfen muss nicht sein!
- Als Tierfutter für Hühner oder Kaninchen
- Für Fruchtleder: Dünn auf Backpapier streichen und trocknen
- Einfach kompostieren – reich an Nährstoffen
Fazit: Saft selber machen lohnt sich
Mit wenig Aufwand und den richtigen Hilfsmitteln gelingt dir zuhause ganz einfach frischer, gesunder Saft. Ob im Herbst bei der Apfelernte oder spontan mit Beeren aus dem Garten – die Möglichkeiten sind riesig. Und das Beste? Du bestimmst, was reinkommt. Keine Zusätze, kein Rätselraten – nur purer Geschmack.
Gönn dir das Erlebnis, Obst mit den eigenen Händen zu verarbeiten und entdecke, wie viel Aroma in einer einfachen Frucht stecken kann.




